Digitalisierung, Transport
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21.11.2022

Digitrans: Automatisiertes Fahren wird allwettertauglich

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Transport

Neues Highlight auf der Teststrecke für automatisiertes Fahren im niederösterreichischen St. Valentin: Dort geht eine einzigartige Outdoor-Beregnungsanlage in Betrieb.

Auf der Teststrecke für automatisiertes Fahren in St. Valentin werden durch Digitrans perfekte Testbedingungen für die Zukunft des automatisierten Gütertransportes geschaffen. Ein besonderes Highlight ist eine in Europa einzigartige Outdoor-Beregnungsanlage. Mit der speziell entwickelten Anlage können automatisierte Fahrzeuge und deren Sensorik bei schlechten Witterungsbedingungen getestet werden. Die Wirtschafts-Landesräte von Oberösterreich und Niederösterreich, Markus Achleitner und Jochen Danninger, nahmen heute vor Ort die neue Anlage in Betrieb.

Europaweit einzigartige Outdoor-Beregnungsanlage

„Digitrans macht automatisiertes Fahren allwettertauglich. Damit wertet dieses Testzentrum den gemeinsamen Wirtschaftsraum zwischen Oberösterreich und Niederösterreich weiter auf. Zugleich ist diese Teststrecke für automatisiertes Fahren in St. Valentin mit seiner europaweit einzigartigen Outdoor-Beregnungsanlage ein weiteres Musterbeispiel für die erfolgreiche grenzüberschreitende Zusammenarbeit“, unterstrichen Landesrat Markus Achleitner und Landesrat Jochen Danninger aus diesem Anlass. Der oberösterreichische Wirtschafts- und Forschungs-Landesrat Achleitner hob weiters hervor: „Automatisierte Mobilität und autonome Fahrzeuge werden künftig der Schlüssel sein, um zukunftsweisende Konzepte für den Verkehr und den Transport realisieren zu können. Damit sind sie auch ein wichtiges Thema für die heimische Wirtschaft und werden den Warentransport nachhaltiger und sicherer machen. Betriebe unserer beiden Bundesländer haben hier schon viel zu bieten und können durch dieses Testzentrum ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit weiter ausbauen.“

Europaweit einmalige Möglichkeiten im Testzentrum St. Valentin

„Die Möglichkeiten, die das Testzentrum in St. Valentin bietet, sind europaweit einzigartig und schaffen optimale Rahmenbedingungen, um neue Gütermobilitätskonzepte entwickeln zu können. Durch das Leuchtturmprojekt erhoffen wir uns, dass weitere Industrieunternehmen auf die Wirtschaftsregion unserer beiden Bundesländer aufmerksam werden und ihre innovativen Projekte künftig hier testen und abwickeln. Die Zukunft des autonomen Transports in der Ostregion liegt in St. Valentin“, so Niederösterreichs Wirtschafts- und Technologielandesrat Danninger. Das bestehende Gelände auf dem Areal des Magna Powertrain Engineering Center Steyr in St. Valentin wurde seit Sommer 2021 von der DigiTrans GmbH zum Testcenter für automatisiertes Fahren ausgebaut und steht nun vor der Fertigstellung. Die Hauptfahrbahn, der seit den 1930er Jahren existierenden Teststrecke wurde auf insgesamt sechs Fahrspuren erweitert und ermöglicht nun das Testen komplexer Verkehrsszenarien auf einer Autobahn ähnlichen Strecke. Zusätzlich wurden ein Kreisverkehr, unterschiedliche Kreuzungen und eine Stadtumgebung (City Zone) mit verschiedensten Geh- und Radwegen, Verkehrsschildern sowie Fußgängerübergängen, Bushaltestellen, und eine Parking Zone inklusive Fahrbahnmarkierungssystemen fertiggestellt und für initiale Tests freigegeben. Das neue Digitrans-Testzentrum befindet sich auf dem Gelände des Magna Powertrain Engineering Centers Steyr. „Wir freuen uns, dass durch das Investment von DigiTrans Möglichkeiten an diesem Standort entstehen, gemeinsam an der Mobilität der Zukunft zu arbeiten und die Region im Bereich dieser Zukunftstechnologien zu stärken“, erklärt Geschäftsführer Werner Dantendorfer die Motivation von Magna mit der DigiTrans GmbH zusammenzuarbeiten. Automatisiertes Fahren wird allwettertauglich Besonders einzigartig ist die heute in Testbetrieb genommene Outdoor-Beregnungsanlage, die es ermöglicht auf einer Länge von rund 100 m naturgetreuen Regen auf Knopfdruck zu erzeugen. Mit der Anlage sind reproduzierbare Tests mit unterschiedlichen Regenintensitäten und bei hohen Testgeschwindigkeiten möglich. Das System ist in Europa bis dato einzigartig, denn es ermöglicht, dass die Sensoren, die in automatisierten Fahrzeugen für die Umgebungserfassung zuständig sind, effizienter unter realen Niederschlagsbedingungen getestet und optimiert werden können.

Über ein Jahr Forschungsarbeit für Digitrans

DigiTrans-Geschäftsführerin Eva Tatschl-Unterberger: „Wir verfolgen, dass immer mehr Unternehmen auf die Herausforderungen, die automatisierte Fahrzeugtechnologien in schlechten Witterungsbedingungen haben, reagieren müssen. Mit der Outdoor-Beregnungsanlage von Digitrans eröffnen wir diesen Unternehmen einen neuen Horizont beim Testen solcher Systeme und stellen eine Möglichkeit bereit, naturgetreuen und reproduzierbaren Niederschlag auf Knopfdruck zu erzeugen.“ Digitrans hat dazu über ein Jahr Forschungsarbeit investiert, um eine Anlage bereitstellen zu können, deren Niederschlagsbild dem natürlichen Regen möglichst nahekommt. Unterstützt wurde Digitrans dabei unter anderem von der Linz Center of Mechatronics GmbH (LCM) und vom Sprühtechnik-Experten AQUASYS aus Linz. Perfekt ergänzt werden die neuen Erweiterungen des Digitrans Testcenters durch einen Versuchs- und Forschungs-LKW mit zahlreichen Assistenzsystemen nach dem neuesten Stand der Technik. In Zusammenarbeit mit dem Digitrans Shareholder, der Hödlmayr International AG, soll das Fahrzeug zur Erprobung von automatisierten Logistiklösungen weiter adaptiert und für das autonome Fahren vorbereitet werden. Digitrans wird vom Land OÖ gemeinsam mit dem Land NÖ und dem Bund gefördert. Das Gesamtinvestitionsvolumen für den Ausbau der Teststrecke beträgt rund 2,75 Millionen Euro und erfolgt mit Unterstützung des Landes Niederösterreich sowie durch EU-Mittel aus dem Europäischen Fonds für Regionalentwicklung (EFRE).